Orientierungen bzgl. Sonnenwendepunkten (2)
Vincent H. Malmström vom Dartmouth College formuliert unter anderem die interessante These, dass der Standort Tikals derart gewählt wurde, dass von dort aus der Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende genau über dem ca. 120 km entfernten Victoria Peak in Belize beobachtet werden kann. Es ist wohl kein Zufall, dass der Berg von der höchsten Pyramide (Tempel 4) aus gesehen genau hinter der Spitze der Pyramide 3 (rechte Pyramide) liegt.
Die Sichtverhältnisse auf unserem Foto sind zu schlecht für einen klaren Blick bis zum Horizont. Theoretisch kann man bei idealer Sicht über 120 km weit sehen, wobei der 1120 m hohe Berg von einem erhöhten Standpunkt in Tikal tatsächlich (gerade so) wahrnehmbar sein müsste, wie ich durch Rechnung ermittelt habe. Weiterhin habe ich die Richtung des Sonnenaufgangspunktes am Wintersonnenwendetag mit meinem Programm bestimmt: 114.8°.
Es fehlt also nur noch die Bestimmung der Richtung (des Azimuts) zwischen Tikal (17.217 n. Breite / 89.623 w. Länge) und dem Victoria Peak (16.8 n. Breite / 88.6 w. Länge). Dazu habe ich auch eine Progrämmchen gebastelt:
Die Abweichung von 2° (Das sind 4 Sonnendurchmesser!) ist nicht unerheblich. Allerdings kann man die Sonne auch nicht tief genug und damit auch nicht weit genug östlich aufgehen sehen...
Es gibt noch viele solcher interessanten Ausrichtungen, wobei jene, die in Richtung des Sonnenunterganges am 13. August weisen für mich die spannendsten sind, zeigen sie doch die enge Verflechtung von Architektur, Astronomie und Kalenderwesen und bestätigen gleich mal noch die von uns favorisierte Korrelation (Kalenderumrechnung).


