Geschichte der Dresdener Mayahandschrift
Hier wird die ältere bekannte Geschichte bis zur Förstemann-Zeit aufgeführt:

Jahr |
Ereignis |
| 1519/20 | vermutlich fand Hernán Cortés diese Abschrift eines Dokumentes aus der Gegend Chichén Itzá/Ekbalam (siehe Bemerkung) auf Cozumel vor |
| 1739 | D. Johann Christian Götze reiste nach Wien und Rom um nach "vorzüglichen Akquisitionen" zu suchen und bekam die Schrift vermutlich geschenkt, da er keinen Preis aufführt |
| 1740 | erste urkundliche Erwähnung, Aufbewahrung im Zwinger |
| 1756 - 1763 | Versteck unter dem alten Opernhaus während der Belagerung und Beschießung Dresdens |
| danach | Aufbewahrung im Zwinger |
| 1786 | Codex gelangte in die neue Bibliothek im "Japanischen Palais" |
| 1811 | Archäologe Hofrat Carl August Böttinger schrieb als einer der Ersten in seinem Buch "Idee der Archäologie der Malerei" über den Codex |
| 1813 | Erwähnung in Humboldts "Vues des Cordilleres", erste Veröffentlichung des Codex in Humboldts "Voyage aux regions equinoctiales du nouveau continent" |
| 1825 | der Italiener Augostino Anglio fertigte im Auftrag von Lord E.K. Kingsborough erstmal sehr farbstarke Durchzeichnungen des Codex an, diese Nachzeichnung erschien im 3. Band der "Antiquities of Mexico" |
| 1834 | Constantin Carl Falkenstein tritt an die Stelle des verstorbenen Oberbibliothekar Friedrich Adolf Ebert und veranlasste, dass der Maya-Codex unter Glas gesetzt wird, wobei die Codex-Seiten willkürlich zusammengelegt wurden |
| 1853 | Franzose " Charles Etienne Brasseur de Bourboung" identifizierte den Dresdener Codex (wie auch den Pariser Codex) als Maya-Handschrift |
| 1865 | auf Grund des von Brasseur geschriebenen Buchs "Relacion de Landas"(1864) beschäftigte sich der Amerikaner Bollaert mit dem Codex, er forderte sogar Fotografien, um Zuverlässigkeit zu prüfen |
| 1870 | erster Aufsatz von Bollaert über die erhaltenen Maya-Codexe |
| 1875 | erste Faksimilierung des Codex, Chromolichtdruck, große Verfielfältigungsmöglichkeit |
| 1884 | Ernst Wilhelm Förstemann und Paul Schellhas arbeiteten an der "Übersetzung" und "Entzifferung" der Maya-Handschrift |
| 1886 | erste gemeinsame Veröffentlichung ihrer Ergebnisse |
Bemerkung: Die letzte Information, die ich bezüglich der Herkunft des Codex aus Mexiko erhielt, lautet : "Yo no creo que el códice sea de Chichen Itza, como muchos dicen, sino de Mayapan. El estilo de los glifos de Mayapan y del códice de Dresden son muy similiares, y los de Chichen son muy diferentes!" Die Glyphen weisen also auf Mayapan hin.


